28.01.2013 | Furioser Ball der Gockel-Gilde

VS-Zollhaus - Schon das Bühnenbild, gezeichnet von Michael Fischer, zeugte von der Fantasie, die das bunte Fasnetprogramm auszeichnet, das man regelmäßig beim Gockelball der Gockelgilde im Zollhaus zu sehen bekommt. Die lustige Kneipenszene, die dort abgebildet ist, natürlich irgendwo in Gockelhausen, konnte man gut und gern als Versprechen für einen lustigen Abend verstehen.

 

Der weitere Verlauf im Café Hildebrand war genauso bunt und humoristisch gestaltet wie diese Szene.

Zunächst galt es aber noch den offiziellen Teil der Veranstaltung abzuwickeln. Melanie de Surmont ernannte den aus dem Amt ausgeschiedenen Obergockel Martin Hummel zum Ehrengockel. Dieser beglückwünschte die Vorsitzende zu ihrem Amt, das, so Martin Hummel, nur wirklich hartgesottene Fasnetler ausfüllen könnten. Danach ging es Schlag auf Schlag. Mit dem Singen der ersten drei Strophen des Gockellieds wurde der Abend eröffnet und als erstes brachte die Jugend humoriges auf die Bühne.

Der neu gekrönte König von Zollhaus (Marco Anders) und sein Kanzler (Nico Anders) ließen sich über Zollhaus aus und erkannten, dass die Untertanen im Zollhaus doch „nimmer älle gesund“ sind. Ein Indiz für diese Behauptung lieferten die beiden Pinguine (Carolin und Simone Hummel), die auf die Bühne watschelten und mit allerlei Sprachfehlern „jetzt kommt das Bänner Mallett“ behaftet, die Zwischenansagen machten.

Die Necklemer, Heike und Ralf Kempter, hätten gerne mal „Unisex, aber davon das komplette Angebot“ und die Plakate auf denen für den Rathausneubau geworben wurde, seien insofern hilfreich gewesen, als man darauf den ehemaligen Bürgermeister Gebauer zum ersten Mal im Wachzustand gesehen habe, freute sich Ralf Kempter und hatte die Lacher auf seiner Seite. Dass das große Rennen um die Arbeitsplätze im neuen Klinikum bereits eingesetzt hat war beim Bewerberforum von Melanie und Philippe de Surmont zu erfahren, die gemeinsam mit Carolin Hauser in ihrem Sketch am Ende erleben mussten, dass das Klinikum jetzt in das neue zentrale Rathaus unfunktioniert werden soll.

Das Damenballett brachte tänzerische Gegensätze auf die Bühne und anschließend waren Ingrid Anders und Michael Schopfer als „dappige Henn un en dusslige Giggl“ angesagt. Die Lacher hatten die beiden Fastnachter auf jeden Fall auf ihrer Seite und getoppt wurde ihr Auftritt nur noch von der „wahren Geschichte von Rotkäppchen und der böse Wolf“, in der das Männerballett zu bekannten deutschen Schlagern auf der kleinen Bühne im Zollhaus ein sprudelndes Feuerwerk von Ideen abspulte. Dass nach dem anschließenden Finale mit allen Akteuren und dem Singen des Gockellieds noch nicht Schluss war im Café Hildebrand versteht sich von selbst. Auf jeden Fall haben die Zollhäusler wieder gezeigt: „Mir kennet Fasnet“.

Text und Bild: Südkurier, Redaktion VS